"Form follows Flora" lautete der Titel eines Seminars zum parametrischen Entwerfen, welches sich insbesondere auf die Nutzung von Rhino in Verbindung mit dem Plug-in Grasshopper konzentrierte.
Zu Beginn der Übung waren wir aufgefordert, eine Pflanze oder einen Pflanzenteil auszuwählen und zu analysieren. Meine Entscheidung galt der Frucht der Physalis, insbesondere wegen der Voronoistruktur ihrer Blätter, dessen Struktur in starkem Kontrast zum glatten Inneren des Fruchtkörpers steht. Interessant im Kontext der Übung war außerdem, wie das äußere Erscheinungsbild der Frucht sich wandelt, wenn die Blätter sich öffnen und den Fruchtkörper enthüllen. Voronoistruktur und Wandelbarkeit bildeten eine gute Grundlage für das parametrische Modell, das im Anschluss entwickelt werden sollte.
Bei der Modellierung wurde vollständig auf nicht-parametrische Grundlagen verzichtet, abgesehen vom festgelegten Nullpunkt von dem alle Berechnungen ausgehen. Die gesamte Geometrie basierte allein auf der in Grasshopper erstellten Funktion und ihrer Parameter. Dadurch können Aspekte wie die Anzahl der Blätter, die Struktur, die Wölbung der Blätter sowie die Größe und das Verhältnis zwischen Fruchtkörper und Blättern parametrisch angepasst werden.
In einem weiteren Schritt bekam jeder Teilnehmer zufällig einen Hocker zugewiesen, welcher mit dem zuvor erstellten parametrischen Modell kombiniert werden sollte. Mir fiel der Senufo-Hocker zu, der in seinem Design konträr zur zarten Beschaffenheit der Physalis steht. Das machte den Entwurf des Hockers äußerst anspruchsvoll. Die Zusammenführung erfolgte schließlich ebenfalls auf parametrischer Basis in Grasshopper, es musste jedoch eine vollständig neue Funktion erstellt werden.
Alle gezeigten Modelle des Hockers, als auch Physalis resultieren aus deren jeweiligen Funktionen.
Bei weiterem Interesse an der angewendeten Methode oder einem vertieften Einblick in die verwendete Grasshopper-Datei freue ich mich über Rückfragen und Austausch.